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Dauerhafte Gezeitenbewohner

Algen

Im Gegensatz zu den Felsküsten gemäßigter Breitengrade, die von regelrechten Braunalgenwäldern überwuchert sind (z. B. der Blasentang Fucus vesiculosus vor Helgoland), dominieren in den Tropen und Subtropen die eher kleinwüchsigen Rotalgen Fotoapparat. Rotalgen können aufgrund bestimmter akzessorischer Pigmente (z. B. Phycoerythrin) noch bis in größere Wassertiefen die Spektralanteile des sichtbaren Lichts verwerten. Ebenso sind bestimmte Rotalgen (der Ordnung Corallines) durch die Einlagerung von Kalkkristallen ausgezeichnet an die rauen Verhältnisse in der flachen Gezeitenzone angepasst. Gerade in unmittelbarer Nähe der Niedrigwasser-Brandungsfront findet man hier regelrechte Rotalgenteppiche, zusammengesetzt aus mehreren Arten, die nur schwer zu bestimmen sind. Zu den Charakterpflanzen gehört etwa das Korallenmoos Jania rubens in den Algenteppichen, die bäumchenartigen Galaxaura rugosa in den vorderen Tümpeln, die krautartigen Gewächse Laurencia obstusa und Laurencia viridis an stark brandungsexponierten Stellen sowie Asparagopsis taxiformis, die unterhalb der Niedrigwasserlinie kleinwüchsige Wälder ausbildet.

An Braunalgen findet man vor allem die kleinwüchsige Trichteralge Padina pavonica in den vorderen Tümpeln oder oberhalb der Niedrigwasserlinie. Die Meerheide Cystoseira abies-marina kann, ähnlich dem Blasentang gemäßigter Breitengrade, an der Brandungsfront riesige Flächen überwuchern, entsprechende Bestände sind vor Valle Gran Rey am Playa del Ingles vorhanden. Weitere kleinwüchsigere Arten der Gattung Cystoseira sowie der bereits von Columbus beschriebenen Sagassum-Gewächse sind ebenfalls in den vorderen Tümpeln zu sehen.

Die Grünalgen sind mit den grünen Pflanzen an Land am ehesten verwandt. Bezüglich ihres Licht-Nutzungsspektrums sind sie weniger gut an die besonderen Verhältnisse unter Wasser angepasst, da sie große Anteile im langwelligen roten Bereich verwerten. Da das rote Licht nur wenige Meter tief in die Wassersäule eindringt, gedeihen sie überwiegend im Flachwasser und in der Gezeitenzone. Moosartige Gewächse aus schlauchförmigen Riesenzellen wie Codium adhaerens und Dasycladus vermicularis sind vereinzelt zwischen den Rotalgenteppichen zu finden. Die Seetraube Valonia utricularis bevorzugt schattige Plätze an brandungsgeschützten Stellen in der hinteren Gezeitenzone, man findet sie auch unter den Steinen. In den Sommermonaten bildet der Darmtang Enteromorpha compressa vor allem um die oberen Gezeitentümpel einen ringförmigen Saum. Diese Alge benötigt starkes Sonnenlicht und kommt im Gegenzug mit hohen Temperaturen, Süßwassereintrag sowie mit hohem Salzgehalt klar.

Den oberen Abschluss der Gezeitenzone bilden die Blaualgen Fotoapparat, die eigentlich nicht mehr zu den Pflanzen, sondern zu den Bakterien zählen (Cyanobakterien). In großen Kolonien bilden sie je nach Art schwarzrote "Matten" auf den Steinen oder vereinzelt auffällige gewebeähnliche Strukturen, wie Calothrix crustacea. Da die Cyanobakterien oder Blaualgen robuste Dauerstadien ausbilden, kommen sie auch dort vor, wo nur gelegentlich Spritzwasser hingelangt oder wo aufgrund starker Sonneneinstrahlung zu extreme Bedingungen für andere marine Organismen herrschen.

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Asparagopsis taxiformis (Rotalge)
Asparagopsis taxiformis (Rotalge)

Laurencia obstusa (Rotalge)
Laurencia obstusa (Rotalge)

Trichteralge Padina pavonica (Braunalge)
Trichteralge Padina pavonica (Braunalge)

Seetraube Valonia utriculosa (Grünalge)
Seetraube Valonia utriculosa (Grünalge)

Calothrix crustacea (Blaualgenkolonie)
Calothrix crustacea (Blaualgenkolonie)