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Dauerhafte Gezeitenbewohner

Festsitzende Wirbellose

Man erkennt in der Gezeitenzone bei La Puntilla eine deutliche Zonierung sessiler wirbelloser Tiere:

Die vordere Lagune Charco del Conde ist von einem regelrechten Wurmschnecken-Ring umgeben. Dabei handelt es sich um bisher unbestimmte Arten sessiler Schnecken, die mit Hilfe von Schleimfäden Plankton aus dem Wasser fangen. Unter den Steinen findet man dort besonders viele Schwämme Fotoapparat, die häufigste Art ist der Nierenschwamm Chondrosia reniformis. Als Repräsentanten des beinahe niedersten Stamms mehrzelliger Tiere verfügen die Schwämme weder über eine regelmäßige Körpersymmetrie, noch über ausgebildete Sinneszellen, Muskeln oder Nervensysteme. Sie filtrieren das Wasser entweder passiv indem sie beispielsweise durch kaminartige Strukturen einen Unterdruck in der Strömung erzeugen, teils aber auch aktiv mithilfe der Kragengeißelzellen. Mikroorganismen bilden ihre Nahrungsgrundlage. Gegen den Fraß- und Besiedlungsflächenkonkurrenzdruck schützen sie sich mithilfe von Antibiotika.

Vor dem Wurmschnecken-Ring schließt sich Richtung offenes Meer ein Areal an, das besonders von Seeanemonen Fotoapparat dominiert wird. Mindestens 7 Arten sind regelmäßig zu sehen. Die beiden häufigsten Arten, die Glasrose (unbest.) Fotoapparat und die Wachsrose Fotoapparat Anemonia sulcata haben eine Symbiose (Lebensgemeinschaft) mit einzelligen Algen (Zooxanthellen), die in ihren Tentakeln leben. Die Alge verwertet die Stoffwechselendprodukte und versorgt ihren Wirt im Gegenzug mit Aufbaustoffen und mit Sauerstoff. Damit sind diese Arten hervorragend an den Aufenthalt in der lichtdurchfluteten Gezeitenzone angepasst. Sie halten sich dort an brandungsgeschützen Standorten zwischen Steinen oder in Spalten auf, in der Regel sieht man bloß ihre Tentakeln wie kleine Grasbüschel aus den Ritzen herausragen. Andere Arten, z. B. die Keulenanemone Fotoapparat Telmatactis cricoides oder die kleinwüchsigen kolonialen Krustenanemonen Fotoapparat Palythoa sp. ernähren sich ausschließlich von Plankton und sind deutlich robuster gebaut. Einige weitere Arten sind nachtaktiv und leben tagsüber zurückgezogen im Sand oder in Spalten. Häufig zu sehen sind die Forskalrose Telematactis forskalii und Kariben-Zylinderrose Fotoapparat Archnanthus nocturnus. Die Kariben-Zylinderrose bildet Röhren aus Sediment und körpereigenem Sekret aus.

Grundsätzlich sind Seeanemonen nicht festgewachsen, sondern nur angeheftet. Sie können sich lösen und mehr oder weniger passiv verdriften lassen, sofern sich der Standort verschlechtert bzw. trocken fällt. Als Vertreter der Nesseltiere (Stamm Cnidaria) gehören sie zu den phylogenetisch ältesten Tieren, die bereits einfache Organe, ein diffuses Nervensystem, Muskel- und Sinneszellen entwickelt haben. Es ist sogar ein Magenraum vorhanden, Mund und After stellen jedoch eine gemeinsame Öffnung dar.

An der vorderen Brandungsfront werden die zarten Seeanemonen von äußerst robusten kleinen Krebsen abgelöst: Die Seepocken Fotoapparat der Art Chthamalus stellatus bilden dort einen ausgeprägten Gürtel. Während die Larven der Seepocken als Plankton noch frei im Wasser schwimmen, setzten sie sich ab einem gewissen Stadium ihrer Entwicklung auf einem Stein fest und machen eine Metamorphose durch. Nach dieser Verwandlung sind sie nicht mehr in der Lage, sich überhaupt zu lösen. Eventuell nutzen sie auch Treibholz, lebende Tiere (z. B. Muschelschalen, Großwale) oder Schiffsrümpfe als Untergrund. Mithilfe ihrer umgebildeten Laufbeine, den Rankenfüßen, fangen sie Nahrungspartikel und Kleinstorganismen ein, die mit jeder Flut über das Areal gespült werden. Bei Ebbe ziehen sie sich in ihren Panzer zurück, der mit einer Art Klapptürmechanismus so dicht geschlossen wird, dass bis zur nächsten Flut genügend Wasser für die Kiemenatmung zurückbleibt. Da ein Seepocken-Panzer in der Regel nur unter Hammerschlägen klein zu kriegen ist, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, wenn Sie mit festem Schuhwerk über die Tiere laufen. Seepocken findet man auch dort, wo die Lebensbedingen für andere sesshafte Tiere und für die meisten Algen zu hart sind.

Den vorderen Abschluss im Felswatt bilden die Steinseeigel Fotoapparat Paracentrotus lividus. Da die Steinseeigel nicht lange an der Luft existieren können, findet man sie knapp unterhalb der Niedrigwasserlinie, und zwar in Richtung offenes Meer noch vor dem Seepockengürtel. Als Jungtiere setzen sie sich nach einer kurzen Planktonphase unter Felsüberhängen und in Spalten fest, die sie normalerweise über Lebenszeit nicht mehr verlassen. Sie können dort ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen und sich mit ihren Stacheln immer tiefer in das Gestein einbohren. Nahrungsgrundlage bilden abgerissene Pflanzenteile, die mit dem einlaufenden Wasser regelmäßig über das Feld gespült werden. Besonders günstig sitzen die meisten Steinseeigel vor La Puntilla inmitten des Rotalgenteppichs. Man findet sie in mehreren Farben: Schwarz, Violett, Rot und Grün.

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Wurmschnecken, unbest. Art
Wurmschnecken, unbest. Art

Nierenschwamm Chondrosia reniformis
Nierenschwamm Chondrosia reniformis

Mund-After-Öffnung der Glasrose
Mund-After-Öffnung der Glasrose

Keulenanemone Telmatactis cricoides
Keulenanemone Telmatactis cricoides

Nachtaktive Kariben-Zylinderrose Archnanthus nocturnus
Nachtaktive Kariben-Zylinderrose Archnanthus nocturnus

Seepocken Chthamalus stellatus
Seepocken Chthamalus stellatus

Die Steinseeigel Paracentrotus lividus sind variabel gefärbt
Die Steinseeigel Paracentrotus lividus sind variabel gefärbt