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Dauerhafte Gezeitenbewohner

Mobile Wirbellose

Unter den frei beweglichen Wirbellosen lassen sich diejenigen unterscheiden, die dauerhaft im Felswatt leben und solche, die das Felswatt primär als "Kinderstube" nutzen.

Zu den besonders charakteristischen "dauerhaften" Bewohnern der Felswatt-Küsten La Gomeras zählt die rote Felsenkrabbe Grapsus grapsus. Sie ist ein Topjäger innerhalb der Gezeitenzone und hat bei Tage vor allem die vorderste Brandungsfront inne, man sieht sie ebenso regelmäßig an der Hafenmauer. Mit festem Griff hält sie sich auch in hereinstürzenden Wellen mühelos am Untergrund fest und benagt die Felsen, um den dünnen Aufwuchs (Algen oder Invertebraten) abzugrasen. Dabei macht sie ihrem englischen Namen Sally lightfoot crab alle Ehre: In ständiger Fluchtbereitschaft vor Küstenvögeln ist sie bei Tage kaum aus der Nähe zu beobachten. Während des nächtlichen Niedrigwassers schleicht sie über das gesamte Felswatt, möglicherweise vor allem auf der Suche nach Aas. Anders als ihr deutscher Name vermuten lässt, sind die meisten Vertreter der roten Felsenkrabbe vor den Kanaren komplett schwarz gefärbt.

Insgesamt wurden am Charco del Conde bisher 19 Arten höherer Krebse Fotoapparat (Decapoda) gezählt, die zumeist dauerhaft und fast ausschließlich in der Gezeitenzone leben. Da diese Arten auf einem kleinen Areal nebeneinander existieren, sind sie unterschiedlich spezialisiert und bei Tage meist sehr gut getarnt oder versteckt. Der behaarte italienische Taschenkrebs Fotoapparat ist hervorragend an die Umgebung in den flachen Algenrasen angepasst und ist somit vor allem dort zu finden. Mit seinen kräftigen Scheren zählt er zu den größeren Räubern. Einige weitere, teils ebenfalls räuberische Arten, wie die rote Runzelkrabbe Paractaea monodi, die graue Felsenkrabbe Plagusia depressa, die blaue Panzerkrabbe Xantho poressa und die Felsenkrabbe Pachygrapsus sp. sind primär nachtaktiv.

Allgegenwärtig im Felswatt ist eine bisher unbestimmte Art kleinwüchsiger Einsiedlerkrebse Fotoapparat. Einsiedlerkrebse sind generell Allesfresser, die sich auch von Algen, Glasrosen Fotoapparat und anderen kleinen Wirbellosen ernähren. Ihren weichen Hinterleib schützen sie in leerstehenden Schneckenhäusern, die sie im Zuge ihres Wachstums regelmäßig austauschen.

Der bunte Einsiedlerkrebs Calcinus tubularis steckt als sesshafter Bewohner regelmäßig (bzw. saisonabhängig) in den leeren Kalkröhren der Wurmschnecken.

Unter den Garnelen ist die Glasgarnele Fotoapparat Palaemon elegans, die auch in der Nord- und in der Ostsee vorkommt, mit Abstand die häufigste. Sie ernährt sich von winzigen Nahrungspartikeln (tierisch, wahrscheinlich auch pflanzlich) und ist häufig auf größeren Wirbellosen (z. B. Seehasen Fotoapparat, Anemonen Fotoapparat, Seegurken Fotoapparat) zu beobachten. Ob ihr eine Putzerfunktion zukommt, ist noch ungeklärt. Jedenfalls setzt sie sich unter Wasser auch gerne auf die ausgestreckte Hand Fotoapparat oder zupft an den nackten Zehen der Badegäste.

Weitere Arten Garnelen wurden bisher nur nachts gesichtet: Die gepunktete Hummelgarnele Fotoapparat Gnathophyllum elegans scheint - so lassen Aquarienversuche vermuten - zu ihrer Ernährung auf Seegurken Fotoapparat angewiesen zu sein. Trotz ihrer Verbreitung im Mittelmeer ist über die Biologie dieser Art fast nichts bekannt. Die kleinen Einhorngarnelen Plesonika narval, die auch in größerer Tiefe vorkommen, leben im Felswatt überwiegend in Wohngemeinschaft mit einer Muräne Fotoapparat und verraten durch ihr Auftreten deren Versteck. Die braungestreifte Garnele Brachycarpus biunguiculatus, ebenfalls kein ausschließlicher Gezeitenbewohner, scheint mit ihren großen Scheren ein Räuber zu sein, sie ließ sich mit Glasgarnelen ködern.

Die Schneckenfauna Fotoapparat (Gastropoda) ist am Charco del Conde regelmäßig mit mindestens 18 Arten vertreten, davon leben die meisten Spezies ebenfalls dauerhaft in der Gezeitenzone. Einige der Gehäuseschnecken (bzw. Vorderkiemer - Prosobranchia) ernähren sich von Blaualgen Fotoapparat. Die Kreiselschnecke Osillinus atratus und die Purpurschnecke Fotoapparat Thais haemastoma sind hierzu besonders gut angepasst, beide Arten findet am meist oberhalb des Wasserspiegels. Die Napfschnecke Patella crenata, ebenfalls ein Blaualgengraser, kehrt bei ablaufendem Wasser immer wieder an die gleiche Stelle zurück, sodass auf dem Stein ein deutlicher Abdruck entsteht. Das deckelartige Gehäuse schließt dann besonders dicht an den Untergrund und kann über die Trockenperiode Wasser beibehalten.

Zahlreiche weitere Schneckenarten findet man bei Tage regelmäßig unter oder zwischen den Steinen am Rande der Lagune Charco del Conde (Wurmschnecken-Ring). Die meisten davon sind mehr oder weniger extreme Nahrungsspezialisten, z. B. an Nesseltieren, Schwämmen Fotoapparat oder an bestimmten Algen und einige der Arten sind nicht nur im Flachwasser zu Hause. Häufig anzutreffen sind die Kauri oder Porzellanschnecke Fotoapparat Luria lurida und die nachtaktive variable Kauri Erosaria spurca. Letztere Art kann ihr Gehäuse von außen mit einem gestrüppartigen Mantelsaum umkleiden, der dem Tier ein pflanzenähnliches Aussehen verleiht und es perfekt tarnt.

Viele weitere Arten, die man unter den Steinen findet, haben ihr Gehäuse sekundär reduziert (Hinterkiemer - Opisthobranchia), bei einigen, den echten Nacktschnecken (Nudibranchia) ist das Gehäuse ganz zurückgebildet. Regelmäßig zu sehen: Die Pfirsichschnecke Berthella sp. und die Netzschnecke Fotoapparat Pleurobranchus reticulatus (beide Hinterkiemer), sowie die zerbrechliche Nacktschnecke Discodoris fragilis und die rotbraune Ledernacktschnecke Platydoris argo.

Unter den Borstenwürmern (Polychaeta - Stamm Ringelwürmer, Annelida) ist der nachtaktive Feuerwurm Fotoapparat Hermodice carunculata besonders auffällig. Das Tier misst ausgewachsen eine Länge von über 30 cm und ist anhand seiner blüschartigen weißen Borsten unverkennbar. Bei Berührung brechen die mit Widerhaken bewehrten Borsten ab und injizieren ein für den Menschen sehr schmerzhaftes Gift. Der Feuerwurm ernährt sich räuberisch von Seeanemonen Fotoapparat und von Aas. Er ist zwar bis zur ausgewachsenen Körperlänge in der Gezeitenzone zu finden, hält sich ebenso jedoch auch in wesentlich tieferen Regionen auf. Ob das Gift eigentlich aus den Beutetieren stammt, wie es bei einigen räuberischen Hinterkiemerschnecken der Fall ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden.

Es sind am Charco del Conde noch einige weitere, kleinere und bisher unbestimmte Wurmarten zu sehen, darunter auch Vertreter der Schlauchwürmer.

Von den Stachelhäutern (Echinodermata), die regelmäßig am Charco del Conde zu finden sind, scheint sich neben den sessilen Seeigeln Fotoapparat nur der Schlangenstern Fotoapparat Ophioderma longicaudum bis zum Ende seines Lebenszyklus im Felswatt aufzuhalten. Obwohl die Schlangensterne im Vergleich zu anderen Stammesvertretern äußerst mobil sind, konnten sie bisher ausschließlich am Rande der Lagune gesichtet werden und zwar dort in großer Zahl. Sie sind nachtaktiv, halten sich aber auch in der Dunkelphase ständig unter den Steinen auf. Ihre Ernährungsweise ist gemischt: Plankton, das mit den Armen eingefangen wird, Detritus (Zersetzungsprodukte), wahrscheinlich auch räuberisch.

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Rote Felsenkrabbe Grapsus grapsus
Rote Felsenkrabbe Grapsus grapsus

Rote Runzelkrabbe Paractaea monodi
Rote Runzelkrabbe Paractaea monodi

Italienischer Taschenkrebs Eriphia verrucosa
Italienischer Taschenkrebs Eriphia verrucosa in Drohgebärde

Glasgarnele Palaemon elegans
Glasgarnele Palaemon elegans

Gepunktete Hummelgarnele Gnathophyllum elegans
Gepunktete Hummelgarnele Gnathophyllum elegans

Pfirsichschnecke Berthellina engli
Pfirsichschnecke Berthellina engli

Porzellanschnecke (Kauri) Luria lurida
Porzellanschnecke (Kauri) Luria lurida

Rotbraune Ledernacktschnecke Platydoris argo
Rotbraune Ledernacktschnecke Platydoris argo

Napfschnecke Patella crenata
Napfschnecke Patella crenata

Feuerwurm Hermodice carunculata
Feuerwurm Hermodice carunculata

Geringelter Schlangenstern Ophioderma longicaudum
Geringelter Schlangenstern Ophioderma longicaudum