zur Eröffnungsseite
zur Startseite

Der Charco del Conde als "Kinderstube"

Krebse

Während zahlreiche benthische Krebsarten Fotoapparat grundsätzlich in der Gezeitenzone beheimatet sind, erscheint das Revier auch für solche Arten geradezu ideal, die ausgewachsen (in der Adulphase) tiefer gelegene Küstenabschnitte bevorzugen: Generell beginnt der Lebenszyklus bei fast allen höheren Krebsen mit einer Verbreitungsphase als freischwimmende Larven im Plankton. Sowohl die Fortpflanzung als auch die Neuansiedlung im Benthos (Meeresgrund-Gemeinschaft) nach Beendigung der Planktonphase sind relativ streng an die Gezeiten und an die Mondphase gekoppelt. Die Larven schlüpfen überwiegend in einer Nacht zu Vollmond oder Neumond, und zwar unmittelbar zu Beginn des ablaufenden Wassers (Ebbe). Da der Tidenhub zu diesen Zeiten entsprechend hoch ist, werden sie weit aufs offene Meer hinausgetragen, was die Erschließung entlegener Küstenabschnitte begünstigt. Mit dem Abschluss der meist mehrwöchigen Planktonphase gelangen die Larven (im Megalopa-Stadium) durch ein perfektes Timing mit den Gezeiten zurück an die Küste: Bei Flut halten sie sich an der Wasseroberfläche, bei Ebbe am Meeresgrund. An den neu besiedelten Flächen machen die Krebslarven - sofern wesentliche Gunstfaktoren vorhanden sind - eine Metamorphose (Verwandlung) zu ihrer endgültigen Körpergestalt durch. Zu Beginn der nun folgenden Juvenil-Phase ("Jugendphase") sind die jungen Krebse nur wenige Millimeter groß.

Um dem Fraßdruck zu entgehen, sind sie auf sehr gute Verstecke angewiesen. Die dichten Algenrasen am Charco del Conde, insbesondere die der Trichteralge Padina pavonica scheinen hierzu besonders geeignet, zudem ist die Fischfauna dort auf ganz wenige Arten reduziert, die sich von Kleintieren ernähren (z. B. Grundeln Fotoapparat, Meerpfaue Fotoapparat). Tief zwischen den Algen-Thalli versteckt findet man regelmäßig juvenile Krebse sämtlicher Arten, darunter z. B. auch die große Seespinne Maja squinado, deren Carapax (Panzer) ausgewachsen eine Länge von bis zu 25 cm erreicht und die dann meist in größerer Tiefe lebt. Vereinzelt zu sehen sind auch kleinere Gespensterpfeilkrabben Fotoapparat Stenorhynchus lanceolatus. Die bunten Flachkrabben Fotoapparat Percnon gibbesi nutzen das gesamte hintere Felswatt, bis sie die Größe von einigen Zentimetern erreicht haben. Sie sind mitunter scharenweise zwischen den Steinen zu sehen und ernähren sich, wie die anderen beiden Arten auch von Algen. Allerdings beschränken sie sich auf Grünalgen und kommen daher außerhalb der Gezeitenzone nur in maximalen Tiefen von wenigen Metern vor.

Weiter zu sonstigen Tieren im Charco del Conde

Zurück zur Übersicht "Gezeitenzone"

Juveniler Krebs unter dem Binokular
Juveniler Krebs unter dem Binokular

Die nachtaktive Seespinne Maja squinado
Die nachtaktive Seespinne Maja squinado

Gespenster-Pfeilkrabbe Stenorhynchus lanceolatus
Gespenster-Pfeilkrabbe Stenorhynchus lanceolatus

Flachkrabbe Percnon gibbesi
Flachkrabbe Percnon gibbesi